|
Wirtschaftskrisen 1923 und 1929
Inflation und Reparationen Ursachen für die Inflation 1. Schulden - WK I. wurde durch verzinste Anleihen bei der Bevölkerung finanziert - Papiergeldvermehrung ( 1923 = 2 Milliarden , 1919 = 45 Milliarden) → Güterproduktion zieht nicht nach → schnelles Ansteigen der Preise, Minderbewertung der Mark ║ Inflation
2. zusätzliche Ausgaben - Reparationszahlungen - Demobilisierungsmaßnahmen - Kriegsopferversorgung - Lebensmittelimporte
3. Staatseinnahmen sinken - Schutzzollpolitik der Siegermächte - „stiller Boykott“ deutscher Waren im Ausland
Weimarer Regierung führt die Inflationspolitik fort durch Erhöhung der Papiergeldmenge.
Reparationen Januar 1921 Reparationskosten werden auf 226 Milliarden Goldmark festgesetzt März 1921 Londoner Konferenz: D lehnt Zahlungshöhe ab Reparationskosten werden auf 132 Milliarden Goldmark festgesetzt, falls abgelehnt = Besetzung des Ruhrgebiets als Pfand
Erfüllungspolitik von Wirth (RK) und Rathenau (Außenminister) scheitert an dem unnachgiebigen französischen Ministerpräsidenten Raymond Poincare.
Besetzung des Ruhrgebiets Dezember 1922 Rückstand bei der Lieferung von Holz und Kohle Januar 1923 Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich und Belgien → Reparationen werden eingestellt Bevölkerung wird zum passiven Widerstand aufgerufen → Frankreich und Belgien fördern weniger Kohle, schicken dann aber eigene Arbeiter und erhöhen dadurch die Förderung Der Protest der deutschen Bevölkerung belastet den Staatshaushalt. Zusätzlich müssen die Menschen im Ruhrgebiet versorgt werden. Kohle muss importiert werden. Maßnahme: Papiergeldmenge erhöhen → Inflation - trifft alle, die Vermögen und Ersparnisse auf der Bank haben - trifft nicht, Menschen mit Sachbesitz oder Schulden - trifft vor allem die Weimarer Regierung nicht, die Kriegsschulden haben nur noch einen tatsächlichen Wert von 15,4 Pfennigen
Stresemann
September 1923 Ruhrkampf wird abgebrochen, Reparationen werden weiter gezahlt November 1923 Rentenmark wird eingeführt – ist gedeckt durch Hypotheken auf Grundbesitz und industriellen Sachwerten
Weltwirtschaftskrise 1929
Ursachen der Krise
- Aufschwung der 20er Jahre führt in den USA zu hektischen Aktienkäufen der Bevölkerung (auf Kredit) - Aktien übersteigen den tatsächlichen Wert der Unternehmen - Unternehmen produzieren durch Vertrauen auf Aufschwung immer mehr - „Schwarzer Freitag“,25. Oktober 1929 Aktienkurse sinken dramatisch - Menschen wollen in den Banken ihre Ersparnisse abheben - Banken geraten in Liquiditätsschwierigkeiten - Banken ziehen kurzfristig Kredite aus Europa zurück um auszahlen zu können - Amerikanische Regierung erhöht Importzölle
Auswirkungen auf Deutschland
- Deutschland ist auf Kredite angewiesen - ab 1930 steigt die Arbeitslosigkeit rapide an - die Kaufkraft sinkt - Produktion wird verringert - Weitere Entlassungen - Kaufkraft sinkt - Produktion wird verringert - usw.
Situation in Deutschland
- 1932: Höhepunkt der Krise - kleine und mittlere Unternehmen gehen Konkurs - Arbeitslosenzahl bei 6,128 Millionen - Arbeitslosenunterstützung ist knapp über Existenzminimum - Unterstützung wird im Juni 1932 weiter gekürzt - Katastrophenstimmung ist Nährboden für radikale Gruppierungen |