Ein nicht abgestimmter Rundfunkempfänger
Um die grundsätzliche Wirkungsweise der drahtlosen Nachrichtentechnik kennenzulernen, soll zunächst ein ganz einfacher, nicht abgestimmter Empfänger aufgebaut werden. Da mit dem Gerät nur eine sehr geringe Empfindlichkeit zu erzielen ist, benötigt man eine besondere Antenne. Vollkommen ausreichend für diesen Zweck ist beispielsweise der Anschluß an die Zentralheizung oder die Wasserleitung über ein Stück Draht, über den Baustein mit Einzelbuchse erfolgt die Zuführung zu den Bausteinen der Experimentierschaltung.
Das Schaltbild zeigt, daß die von der Antenne kommenden Hochfrequenz-Wechselspannungen unmittelbar dem Basisanschluß des ersten Transistors zugeführt werden. Dieser sogenannte Eingangstransistor soll die empfangene Hochfrequenzspannung verstärken, über einen Widerstand von 5,6 kOhm ist der Transistor an die Batterie-Gleichspannung angeschlossen. Diese ständig anliegende Gleichspannung würde ein einwandfreies Arbeiten der nachfolgenden Diode unmöglich machen, denn diese soll nur die Hochfrequenzspannung gleichrichten. Daher ist zwischen den Kollektor des ersten Transistors und die Diode ein Kondensator von 0,1 pF eingefügt, der die Batteriespannung sperrt. Als Arbeitswiderstand für die Hochfrequenzspannung wirkt dann auch nicht der 5,6 kOhm Widerstand, sondern der Spulenbaustein. In der Beschreibung des Spulenbausteines wurde schon gezeigt, daß eine Spule für Gleichstrom praktisch keinen Widerstand besitzt. Bei Wechselstrom hat sie jedoch, je nach Induktivität, einen sehr hohen Widerstand. Parallel zum Spulenbaustein erhält man die von der Antenne aufgenommene und im ersten Transistor verstärkte Hochfrequenz-Wechselspannung. Die Wechselspannung wird nun der Diode zugeleitet und von dieser gleichgerichtet. Nach der Diode, also am Potentiometerbaustein, steht dann die aus der modulierten Hochfrequenzspannung zurückgewonnene Niederfrequenzspannung (Tonfrequenz) wieder zur Verfügung. Je nach Lautstärkebedarf nimmt man am Potentiometer die gesamte Niederfrequenzspannung oder nur einen Teil davon ab und steuert damit den zweistufigen Niederfrequenzverstärker, der im wesentlichen den bisher aufgebauten Verstärkern dieser Art entspricht.
Bei angeschlossener Antenne wird nun die Batterie eingeschaltet und zunächst am Potentiometer die volle Spannung abgegriffen. Im Lautsprecher wird man dann eine ganze Reihe von Rundfunksendern gleichzeitig hören können. Wohnt man in der Nähe eines starken Ortssenders, dann hört man diesen am lautesten und muß evtl. am Potentiometer die Lautstärke herunterregeln. Das Aussuchen eines bestimmten Senders ist mit dieser Schaltung noch nicht möglich. Der Versuch zeigt nur, wie der Empfang eines drahtlosen Signals (Sprache oder Musik) erfolgen kann.