Kaiserhymnus auf Friedrich I. Barbarossa (1163)
Alle Weisen wissen es, dass es Gott vollbrachte,
Über alle Könige dich zum König machte,
dass das Schwert zur Rache du wohlverdient bekommen
Für die Christen und den Schild für den Schutz genommen.
Du behütest Klein und Groß, füllest sie mit Hoffen,
Hast für Niedrig und für Hoch deine Türen offen;
Darum sind dem Kaiser wir alle tief verschuldet,
Der für unser Wohlergehn Müh und Qual erduldet.
Christus möge seinen Geist in mein Innres tragen,
Vom Gesalbten unsres Herrn würdig Lob zu sagen,
Der mit allen Kräften trägt dieser Erde Bürde
Und das Römische Reich versetzt in die alte Würde.
Trägheit römischer Kaiser ließ in des Reiches Weiten
Der Gottlosen Dorngestrüpp wachsend sich verbreiten
Und ließ mancher Völkerschaft Widerstand entbrennen;
Deren will ich eine nur, die Lombarden nennen.
Er begann, als er bedacht, wie die Welt zerrissen,
Gleich ein gottgefällig Werk voller Kraft und Wissen.
Um das Reich in seiner Macht wie einst zu erneuern,
Fordert er die Städte auf, schuld'gen Zins zu steuern.
Ein Augustus wiederum lässt die Welt jetzt schätzen
Und in seine alte Macht Deutsches Reich versetzen.
Friede schreitet hier einher in dem Prachtgewande,
Unrecht bricht Gerechtigkeit nicht mehr in dem Lande.
Aus: Karl Langosch, Hymnen und Vagantenlieder. Verlag Benno Schwabe & Co., Basel 1954