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ARBEITSBLATT 1

Forderungen der Frauen  1789 (aus den cahiers de doléances):

Die Frauen  der Französischen Revolution

Arbeitsblätter

"Die Frauen des Dritten Standes werden fast alle ohne Reichtümer geboren, ihre Erziehung wird sehr vernachlässigt oder ist höchst mangelhaft: besteht daraus, sie in die Schule zu einem Schulmeister zu schicken, der selbst nicht einmal das einfachste Wort der Sprache kennt, die er unterrichtet; sie gehen so lange dorthin, bis sie Messe in Französisch und die Vesper in Latein beten können." Über die Töchter heißt es:

"Viele werden auch, einzig aus dem Grund, dass sie als Mädchen zur Welt gekommen sind, von ihren Eltern verschmäht, die es ablehnen, ihnen eine Ausstattung zu gewähren, um statt dessen ihr Vermögen einem Sohn zukommen zu lassen. Die  Verfasserinnen  der  Bittschrift fahren fort: "Haben sie die ersten Pflichten der Religion erfüllt, so lehrt man sie zu arbeiten; wenn sie schließlich ein Alter von 15 oder 16 Jahren erreicht haben, können sie 5 oder 6 Sous am Tag verdienen.  Wenn die Natur ihnen die Schönheit versagt hat,  heiraten sie, ohne Mitgift, einen armseligen Handwerker, fristen im hintersten Winkel der Provinz, unter Mühen und Plagen, ein kümmerliches Dasein und schenken Kindern das Leben, die großzuziehen sie außerstande sind. Wenn sie dagegen von Geburt hübsch, ohne Bildung, ohne Grundsätze und ohne einen Begriff von Moral sind, werden sie die Beute des erstbesten Verführers. und sterben als Opfer der Ausschweifung.

Was ist die Ehe? Sie ist - behauptet die Kirche - die  rechtmäßige  Verbindung  eines Mannes und einer Frau, um sich zu heiligen. ( . .)

Denn, wie sagt unser himmlischer Gesetzgeber von der Ehe? (......) Sie werden zwei sein in einem Fleisch. (.....) Ach was! Die Ehe ist eine rechtmäßige Verbindung, und in dieser Verbindung ist der Eine alles und die Andere nichts! Sie sind eins, und eine Hälfte dieser Einheit befehlt, die andere dient! Eine unterdrückt, die andere wird unterdrückt und kann diesen Zustand nicht beenden ! Und dieser Vertrag ist geheiligt!"

Über die Ehefrau: "Einem Sklaven gleich, sind ihre Person und ihr Vermögen von Rechts wegen Eigentum des Ehemannes; überdies bringt sie eine Mitgift ein, sie selbst muss also für ihre Dienste noch zahlen, während einem Sklaven sein Erspartes und sein Auskommen bleibt."

 

In der "Bittschrift der Frauen des dritten Standes" wird vom König gefordert: "Wir bitten um Ausbildung und Beruf nicht, um uns die Befugnisse der Männer anzueignen, sondern, um höher von ihnen geachtet zu werden, und damit wir imstande sind, vor dem Elend geschützt zu leben. (. . .) Wir bitten Sie inständig, Sire, kostenlose Schulen einzurichten, wo wir unsere Sprache von Grund auf erlernen können, die Religion und die geistigen und sittlichen Werte, und eins wie das andere soll uns in seinem ganzen Umfang dargeboten werden.

Wir bitten darum, aus der Unwissenheit herauszutreten, um unseren Kindern eine vernünftige und angemessene Erziehung zukommen zu lassen und sie dadurch zu Untertanen heranzubilden, die würdig sind, Euch zu dienen. (. . .) In der gleichen Bittschrift verlangen die Frauen:  "Dass die Männer, unter welchem Vorwand auch immer, nicht die Berufe ausüben können, die das Auskommen der Frauen sind, sei es Näherin,  Stickerin,  Putzmacherin  etc. . . .  Dass Ihr uns Stellungen zuweist die ausschließlich von uns bekleidet werden können . . ., nachdem wir eine strenge Prüfung abgelegt haben. 

 In einem anderen Beschwerdeheft heißt es: "Die Männer sollten Mädchen auch ohne Mitgift heiraten, uneheliche Kinder sollten anerkannt werden, Junggesellen sollten doppelt so hoch wie ledige  Frauen  besteuert  werden;  bestimmte Berufe sollten unverheirateten Mädchen, Witwen und Ehefrauen von armen Männern vorbehalten bleiben.                                                                

Ein anonymes, mit "Madame B*** B***" unterzeichnetes Beschwerdeschreiben an die Generalstände: "Wir trachten durchaus nicht nach den Würden des Regierungsamtes, noch nach dem Vorzug, in die Kabinettsgeheimnisse eingeweiht zu sein. Aber wir glauben, dass es den Frauen,  den Witwen und Töchtern, die Ländereien oder anderes Vermögen besitzen,  billigerweise gestattet sein muss, dem Thron ihre Beschwerden zu Füßen zu legen und dass es ebenso nur gerecht ist, ihre Stimmen zu zählen, da sie doch, wie die Männer, dazu verpflichtet sind, die königlichen Abgaben zu zahlen und den Verpflichtungen des Handels nachzukommen.  Man wird eventuell vorbringen, alles, was man ihnen gewähren könne, sei, ihnen zu gestatten, sich durch Bevollmächtigte in den Generalständen vertreten zu lassen.

Man könnte dem entgegnen, es sei mit Fug und Recht erwiesen, dass der der ein Adliger einen Nichtadligen vertreten kann, noch dieser einen Adligen; ebenso kann, mit größerem Recht, kein Mann eine Frau vertreten, da doch der Vertreter völlig die gleichen Interessen haben muss, wie der Vertretene. Folglich können Frauen nur von Frauen vertreten werden. "

 Eine andere Sicht: (Abbé Sieyes:)

"Alle Einwohner eines Landes müssen in ihm die Rechte passiver Bürger besitzen: alle haben Anrecht auf Schutz ihrer Person, ihres Eigentums, ihrer Freiheit usw.; aber nicht alle haben Anspruch darauf, tätig an der Bildung der öffentlichen Gewalten teilzunehmen: nicht alle sind Aktivbürger. Die Frauen, zumindest im jetzigen Stadium, die Kinder, die Ausländer und auch diejenigen, die nicht zur öffentlichen Gewalt beitragen, dürfen keinen aktiven Einfluss auf das Gemeinwesen nehmen." 

Arbeitsaufträge

1. Geben Sie die Forderungen der Frauen am Vorabend der Revolution wieder. Lassen sich dabei unterschiedliche Arten von Forderungen erschließen und unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zuordnen?

2. Erläutern Sie, was an diesen Forderungen frauenspezifisch ist, und erläutern Sie die Begründungen dieser Forderungen.

        3. Diskutieren Sie die Forderung: "Frauen können nur durch Frauen vertreten werden".

        4. Erläutern Sie, welche Widerstände gegen die Forderungen sich aus den Texten erschließen lassen.

zur Problematik der Stellung der Frau im 18. Jahrhundert finden Sie hier eine kurz Einführung


 ARBEITSBLATT 2

Der Zug der Marktfrauen nach Versailles am 2. Oktober 1789

Die Aktion wird initiiert durch ein Ereignis am 2. Oktober 1789 in Versailles: Bei einem Bankett wird von Mitgliedern der Leibgarde die blau-weiß-rote Kokarde in den Schmutz gezogen . . . und das wird bald in Paris bekannt

Die Begebenheiten zu Paris und Versailles

Gegen halb neun Uhr morgens erschienen viele Frauen vor dem Rathaus: Die einen verlangten, mit den Herren Bailly und de la Fayette zu sprechen, um von ihnen zu erfahren, warum es so schwierig sei, Brot zu bekommen, und dazu so teures; andere forderten mit Nachdruck, dass der König und die Königin nach Paris kommen und im Louvre wohnen sollten...

Um die Mittagszeit . . . ließ Marie-Louise Lenoël, verheiratete Cheret, wohnhaft Rue de Vaugirard, zu diesem Zeitpunkt beschäftigt in Passy, auf einem der einträglichsten Märkte, urplötzlich ihre ehrenwerte Mutter im Stich, verzichtete auf das gute Geschäft, das zu machen sie im Begriff war, mischte sich unter die Bürgerinnen, die nach Versailles zogen, und machte sich eilends mit ihnen auf angeführt von den Herren Hulin, Maillard und anderen Freiwilligen der Bastille.

Beim Einzug in den Wohnort Ihrer  Majestäten klatschte die Bürgerschaft von Versailles in die Hände . . . zeigte ihre Genugtuung in freudigen Beifallsrufen, beglückwünschte sie zu ihrer Ankunft und bat sie, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Wie konnte man eine solche Bitte an Französinnen von Geburt richten, mit den Helden der Bastille an ihrer Spitze! Einige Minuten später,  gegen vier Uhr, schlugen unsere Bürgerinnen, geführt von den Herren Hulin und Maillard, den  Weg zur Nationalversammlung ein, wo sie Mühe genug hatten, Einlass zu finden. (. . .) Wie dem auch sei . . ., die ehrenwerten Mitglieder der  Nationalversammlung  glaubten doch gewahr zu werden, dass sie (die Frauen) fest entschlossen waren, nicht von der Stelle zu weichen, bis die Sache ein für allemal zu Ende gebracht war, und einigten sich mit unseren zwölf entsandten Bürgerinnen

l. auf ein neues Verbot, Getreide auszuführen;

2. die Zusage, dass für Getreide ein angemessener Preis von 24 Livres festgesetzt wird, damit das Brot billig und auch für die weniger wohlhabenden Bürger erschwinglich ist;

3. dass Fleisch nicht mehr als 8 Sous das Pfund kostet. (. . .)

Unsere ruhmreichen Bürgerinnen wurden auf Kosten Seiner Majestät im Wagen zum Rathaus von Paris zurückgeleitet, wo man sie wie die Befreierinnen der Hauptstadt empfing, von der dieses Ereignis für immer die . . . üblen Machenschaften der Aristokraten abwenden möge. (Bericht aus dem Jahre 1789)

1) Louvre: Stadtschloss des Königs in Paris

2) Passy: kleiner Ort im Westen von Paris, innerhalb der Zollmauern                                                           

3) Hulin und Maillard: Anführer einer Bürgerwehrtruppe aus  ehemaligen Kämpfern der Bastille, die sich "Freiwillige der   Bastille" nannten

 

Arbeitsaufträge:

1. Beschreiben Sie den Marsch nach Versailles und schildern Sie die Stimmung der Frauen. Weitere Bilder finden Sie unter: http://www.buehler-hd.de/gnet/neuzeit/frzrev/proj/liste.htm

2. Erläutern Sie die Gründe des Zuges nach Versailles.

3. Rekonstruieren Sie den Verlauf der Ereignisse, indem Sie die folgenden Ereignisse chronologisch sortieren:

  • Beim Bankett der Leibwache am 2.10. wird die blau-weiß-rote Kokarde mit Füßen getreten.

  • Lafayette wird aufgefordert, mit einem Ultimatum nach Versailles zu gehen.

  • Frauen mittleren Standes halten am Palais Royal eine Rede und verbreiten das Gerücht, es werde nach Versailles gezogen.

  • Am frühen Abend stürmen die Marschierenden den Saal der Nationalversammlung.

  • Auf dem Weg nach Versailles werden Frauen gezwungen, sich dem Zug anzuschließen.

  • Lafayette lässt auf Druck der Pariser Bevölkerung Teile der Nationalgarde nach Paris nachrücken.

  • Dem auf dem Balkon erscheinenden Königspaar schallt der Ruf entgegen "Nach Paris!"

  • Am 6. Oktober kehren Königin und König in einem umjubelten Geleitzug in die Hauptstadt Paris ein.

  • Bei einem Zusammenstoß werden ein 17jähriger Demonstrant und 2 Leibwächter getötet.

  • Frauen stürmen das Hotel de Ville, entwaffnen die Wachen und durchsuchen die Amtsstuben.

  • Maillard überbringt 2 Forderungen: Brot und Bestrafung der Leibgarde.

  • Frauen von den Pariser Märkten und im Faubourg Saint-Antoine rufen zu den Waffen und verlangen lautstark Brot.

  • Maillard wird dazu überredet, die Frauen auf dem Marsch ins 20km entfernte Versailles anzuführen

Die Lösung finden Sie unter: http://lo-net2.de/group/Material/franz-revolution/Frauen_in_der_Franz_Rev/index.htm  

4. Ein Geschichtsleistungskurs in Staufen hat eine Zeitung zur den Ereignissen verfasst: http://www.faust.fr.bw.schule.de/geschichte/patriote7okt89.html. Untersuchen Sie, inwieweit sich diese Darstellung der Ereignisse mit Ihrer Sicht des Marsches der Marktfrauen nach Versailles deckt!

5. Diskutieren Sie die Aussage: "Die Frauen von Paris haben die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte durchgesetzt."

 


ARBEITSBLATT 3

PARISER FRAUENCLUBS

Die  Holländerin  Etta  Palm d'Aelders gründete 1790 einen der ersten Pariser Frauenclubs. Im Auftrag dieser "Gesellschaft der Freundinnen der Wahrheit" schrieb sie 1791:

"In der Überzeugung, dass in einem freien Land jeder Mensch mit all seinen Mitteln zum Dienst am Vaterland beitragen soll, sind zahlreiche Bürgerinnen  zusammengekommen,  um eine vaterländische und wohltätige Einrichtung zu gründen.

Es ist an (den Frauen), sich dafür einzusetzen, dass diese Revolution, an der ihr Geschlecht einen so großen Anteil gehabt hat, von Herzen geliebt und gepriesen wird.

Die . . . Freundinnen der Wahrheit . . . beabsichtigen vor allem . . ., sich die Sorge um ihre Schwestern zur Aufgabe zu machen. Wohltätigkeit besteht nicht nur in finanziellen Hilfen. ( . .) Zwar muss sich die Wohltätigkeit des patriotischen Clubs vor allem . . . jenen, im zartesten Alter im Stich gelassenen jungen Mädchen zuwenden . . ., bei denen sich die Hilfeleistung nicht auf die leiblichen  Bedürfnisse  beschränken darf sondern sich auf die Erziehung erstrecken muss . . ., um sie in redlichen Beschäftigungen ein Mittel gegen die Armut finden zu lassen. Doch bietet die patriotische  Gesellschaft gleichermaßen ihre Unterstützung an, um bei  der öffentlichen Erziehung . . . behilflich zu sein. Sie glaubt, nicht wirkungsvoller tätig sein zu können, als ihren Plan allen Sektionen mitzuteilen und ihnen vorzuschlagen,  zwei Bürgerinnen als Beauftragte zu benennen, um sich mit diesen in Verbindung zu setzen. Auf diese Weise könnte die Gesellschaft am leichtesten.. den Redlichen und Armen in der ganzen Hauptstadt, ohne Unterschied, Hilfe leisten....Diese Allianz wäre zugleich ein Band der Zusammengehörigkeit und Schwesterlichkeit zwischen den Bürgerinnen aller  Sektionen."  

Arbeitsaufträge:  

1. Erarbeiten Sie aus der Quelle, wie die Frauenclubs ihre Arbeit versahen, welche Ziele sie verfolgten und wie sie dabei vorgingen.

2. Informieren Sie sich unter http://www.univie.ac.at/igl.geschichte/europa/FR/Arias/MAINPAGE1.htm und geben Sie Gründe für das rasche Ende der beschriebenen Clubs an!

3. 1793 wurden alle Frauenclubs aufgelöst. Bezeichnend für die Stimmung in dieser Zeit ist die folgende Rede: PSM-Data Geschichte: Pierre-Gaspard Chaumette (Jakobiner) über Frauen und Politik  http://www.zum.de/psm/frz_rev/frz_fup.php?suchbegriffe=Chaumette  

Interpretieren Sie diese Quelle unter besonderer Beachtung der Argumentationsstruktur!

Zur weitergehenden Information über die Frauenclubs in der Zeit der Französischen Revolution


ARBEITSBLATT 4

OLYMPE DE GOUGES

Geboren wurde sie als Marie-Olympe Gouze am 7. Mai 1748 (oder war es 1750?) in Montauban.

Sie selbst berichtet davon, als Sechzehnjährige mit einem sehr viel älteren, nicht sonderlich wohlhabenden Mann verheiratet worden zu sein, nach dessen Tod sie mit ihrem Sohn Pierre in die Hauptstadt übersiedelte. Dort nannte sie sich fortan Olympe de Gouges; den Namen des offenbar ungeliebten Ehemannes hatte sie "verschenkt".

Olympe de Gouges fühlte sich vom luxuriösen Leben in der Großstadt, von der Atmosphäre der Salons und Frauenclubs angezogen.

 Im Alter von etwa 30 Jahren schrieb sie erste Theaterstücke und Romane. Ihr Ziel war ein Theater, in dem nur Stücke von Frauen gespielt werden sollten. Das  1784 bei der Comédie Française eingereichte Stück "Zamor & Mirza" wurde 1789 - ohne Erfolg - aufgeführt. Doch konnte ein Misserfolg oder  die  Kritik  ihrer  Zeitgenossen  Olympe de Gouges zeit ihres Lebens nicht abschrecken.

Bereits im Jahr 1789 knüpfte sie erste Kontakte zur revolutionären Bewegung. Mit dem in diesem Jahr verfassten "Brief an das Volk" eröffnete sie die Reihe ihrer Pamphlete und anderen politischen Schriften.  Kritik an der Entwicklung der Revolution und das unermüdliche Eintreten für die Sache der Frauen zeichnen diese Schriften aus. In einem Anschlag, betitelt "Die drei Urnen oder Das Wohl des Vaterlandes" griff sie im Herbst 1793 die Revolutionsregierung öffentlich an:

"Ja, und diese ungetreuen, blutrünstigen Männer, die uns den feindlichen Mächten verkaufen; sieh doch wie sie auf die Republik schwören, in Tat und Wahrheit aber nur darauf warten,  inmitten  schrecklicher  Wirren einen König auszurufen."

Diese Kritik führte zu ihrer Verhaftung. Vom Revolutionstribunal wurde sie als Verräterin angeklagt und zum Tode verurteilt.

Am 3.  November des Jahres 1793 endete  Olympe de Gouges auf dem Schafott.  

Text: "Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin":  

Arbeitsaufträge  

Eine ausführliche Biografie von Olympe de Gouges finden Sie bei WIKIPEDIA

1. Sprechen Sie über Olympe de Gouges Begründung der Notwendigkeit, Frauenrechte einzufordern? (Text: Vorrede und Präambel!)

2. Vergleichen Sie Olympe de Gouges Frauenrechtserklärung von 1791 mit der Menschenrechtserklärung vom 26.8.1789, indem Sie die auf dieser Seite http://www.emabonn.de/faecher/ffrev.htm  gefundene „Langform“ in eine tabellarische Gegenüberstellung umwandeln.  

 

Thema

Frauenrechtserklärung

Menschenrechtserklärung

Präambel

 

 

 

Art 1

"Naturzustand"

 

 

Art 2

 

 

 

Art 3

 

 

 

Art 4

 

 

 

Art 5

 

 

 

Art 6

 

 

 

Art 7

 

 

 

Art 8

 

 

 

Art 9

 

 

 

Art 10

 

 

 

Art 11 

Meinungsfreiheit

 

Allgemeine Meinungsfreiheit

Art 12

 

 

 

Art 13

 

 

 

Art 14

 

 

 

Art 15

 

 

 

Art 16

 

 

 

Art 17

 

 

 

4. Bewerten Sie die Stellung der Frau in der Verfassung von 1791.  

Wer sich intensiver mit der Person Olympe des Gouges und deren Wirken beschäftigen möchte, dem sei die Ausarbeitung von Irene Wendler empfohlen: "Olympe des Gouges - die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin - oder - wenn Frauen das Recht auf das Schafott haben, müssen sie auch das Recht auf die Tribüne haben."


ARBEITSBLATT 5

Charlotte Corday

 

Charlotte Corday ermordete am 9. Juli 1793 den Herausgeber der Zeitung Ami du Peuple,  Jean-Paul Marat. Jacques-Louis David (1748 - 1825) schuf noch im selben Jahr das Gemälde "Der Tod Marats".

 

       

 

Aufgaben

1) Was waren die Motive der Bluttat von Charlotte Corday? Recherchieren Sie  im Internet.

Dieter Wunderlich: http://www.dieterwunderlich.de/Charlotte_Corday.htm

Historicum.net: Französische Revolution / Kurzbiografie Charlotte Corday http://www.revolution.historicum.net/biographien/corday.html

La Révolution française: La France déchirée http://www.diagnopsy.com/Revolution/Rev_056.htm (französisch)

2) Fassen Sie  die recherchierten Informationen in Form eines Zeitungsartikels unter der folgenden Überschrift zusammen: „Klosterschülerin ermordet führenden Revolutionär“

 


ARBEITSBLATT 6

Marie Antoinette  

Die französische Königin Marie Antoinette wurde am 16. Oktober 1793 hingerichtet.

„Die Dirne blieb frech bis zum Ende“

Von CHRISTIAN GAERTNER

Eben noch war der Revolutionsplatz in Paris von geschäftigem Treiben erfüllt gewesen, haben Straßenhändler lautstark ihre Waren angepriesen. Jetzt halten Zehntausende von Menschen den Atem an. An diesem Wolken verhangenen Herbsttag, dem 16.0ktober 1793, erlebt das revolutionäre Paris ein besonderes Schauspiel: die Hinrichtung von Marie Antoinette, der einstigen Königin von Frankreich.

Eine Königin auf dem Schafott lässt selbst die mordlüsterne Volksmenge verstummen. Viele warten seit Stunden auf dem Revolutionsplatz, dem heutigen Place de la Concorde, um die Hinrichtung der verhassten Monarchin nicht zu versäumen. Der Weg zur Guillotine war ein Spießrutenlauf gewesen. Eine Stunde hatte die Fahrt im Schinderkarren gedauert. Eine Stunde, in der die Verurteilte dem Gespött der Menge ausgesetzt war, doch alle Anfeindungen unbewegt an sich abprallen ließ.

Die Hände auf den Rücken gebunden, steigt Marie Antoinette die hölzernen Stufen zur Hinrichtungsstätte hinauf. Auf der obersten Stufe stolpert sie, tritt dem Scharfrichter auf den Fuß und entschuldigt sich bei ihm mit größter Höflichkeit - so die Legende. Dann geht alles schnell: Die Henker packen die Frau und schnallen sie am Richtblock fest; sie reißen am Strang, und das Fallbeil saust herunter. Der Scharfrichter greift nach dem blutenden Kopf und zeigt ihn der Menge, die johlt: ,,Vive la Republique! Wohl kaum eine Frau hat ein wechselvolleres Schicksal erlebt als Marie Antoinette, am 2. November 1755 als 15. Kind des habsburgischen Kaiserpaars Franz I. und Maria Theresia geboren. Kaum jemand wurde erst so bejubelt und bewundert, dann verteufelt und beschmutzt. Als sie starb, war sie ein unwürdiges Nichts, wurde in einem Massengrab verscharrt. Nach der Rückkehr der Bourbonen auf den französischen Thron 1814 wurde sie zur Märtyrerin gemacht, ihr Bild mit einem Heiligenschein versehen

Wer war diese Frau? Wie kam es, dass sie, die erst strahlende umjubelte Königin, den Hass der Massen auf sich zog, dass der Jubel später ihrer Hinrichtung galt? Als Kind ist Marie Antoinette hübsch und lebhaft, aber auch oberflächlich und faul; ihre Ausbildung ist mangelhaft. Das ändert sich, als sie zum Spielball politischer Interessen wird: Die kleine Erzherzogin soll das wackelige Bündnis zwischen Osterreich und Frankreich zementieren - durch Heirat mit dem französischen Thronfolger Ludwig XVI. Mit 13 Jahren erhält sie Crash-Kurse in allem, was eine Königin von Frankreich so braucht: in erster Linie Französisch und eine königliche Haltung. Mai 1770 ist Hochzeit. Marie Antoinette ist 14, ihr Ehemann 15 Jahre alt. Ihm gelingt das Kunststück seine schöne Gattin sieben Jahre Jungfrau bleiben zu lassen - eine Quelle gehässiger Gerüchte am frivolen Hof von Versailles. Schönheit und Grazie hat Marie Antoinette, und weil sie eine Tochter Maria Theresias ist, schafft sie es, sich am Hof durchzusetzen. Nach einem Bad in der Menge schreibt sie, benommen von den Svmpathiekundgebungen: „Wie glücklich ist man doch in unserem Stand dass man die Freundschaft eines ganzen Volkes so leicht gewinnen kann.“ Wie gewonnen, so zerronnen. Der Ehefrust treibt Marie Antoinette in eine kostspielige Vergnügungssucht. Ihr Mann geht abends früh zu Bett. Sie aber besucht Bälle, spielt Theater und macht horrende Spielschulden. Sie umgibt sich mit zweifelhaften Freunden, und täglich kursieren neue Gerüchte über ihre angeblichen Liebschaften. So etwas schätzt das Volk nicht an seiner Königin. Es beginnt ein Krieg der Pamphlete, gesteuert vom Haus Orleans, das selbst auf den Thron will. Wildeste Ausschweifungen werden ihr vorgeworfen; je grotesker die Anschuldigungen, um so besser verkaufen sich die Pamphlete.

Frankreich geht es schlecht, die sozialen Ungerechtigkeiten stinken zum Himmel. Der Staat ist bankrott. Der König will mit Reformen alles ändern, bringt aber nichts zuwege. Doch nicht er, sondern die Königin, die Österreicherin, die in Saus und Braus lebt, bekommt die Schuld. Und volle Naivität sieht sie nicht einmal die Not im Land. ,,Wie hätte ich vermuten sollen, mit Frankreichs Finanzen sei etwas nicht in Ordnung?“ fragt sie unschuldig ,,Madame Defizit“ nennt man sie inzwischen. Dreifacher Hass schlägt ihr entgegen: der Hass der Franzosen gegen die Osterreicher, die Wut der Not leidenden Bevölkerung gegen die Königin und der Hass verschwenderische Mätressen gegen vom Schlage Pompadour oder Dubarry, mit denen Marie Antoinette gleichgesetzt wird. Das Unglück nimmt seinen Lauf Die Revolution fegt die Monarchie hinweg. Und in Zeiten, wo eine einfache Anschuldigung genügt, um unter das ,,nationale Rasiermesser“ zu geraten, wird auch eine entmachtete Königsfamilie nicht verschont. Nun zeigt Marie Antoinette, was in ihr steckt. ,,Erst im Unglück weiß man wahrhaft, wer man ist“, sagt sie Auf das ,,savoir vivre“ folgt das ,,savoir mourir“. Alle Demütigungen erträgt sie mit Würde. Während des gegen sie inszenierten Prozesses entlarvt sie falsche Zeugen und bringt das Gericht in Verlegenheit. Der Tod schreckt sie nicht. Als ein Priester auf dem Weg zur Hinrichtung scharfsinnig bemerkt, sie werde nun Mut brauchen, entgegnet sie kühl, sie werde jetzt wohl kaum noch die Fassung verlieren.

Und so schreibt Jaques Herbert einer der großen Demagogen der Revolution, am nächsten Tag ärgerlich ,,Die Dirne ist übrigens kühn und frech bis zum Ende geblieben.“

aus: Hamburger Abendblatt 10.10.94

 

Aufgaben

 1) Schreiben Sie eine Kurzbiografie Marie Antoinettes, indem Sie einen tabellarischen Lebenslauf anlegen! Recherchieren Sie die     Informationen im Internet.

Informationen über Marie Antoinette:

Die erste deutschsprachigen Internetseite über Marie Antoinette: http://www.marie--antoinette.de/

Marie Antoinette und ihre Korrespondenzen (Proseminararbeit Universität Bern) http://www.geocities.com/Athens/Stage/1927/uni/geschichte/geschichte2.html

PSM-Data Geschichte: Referat Marie Antoinette und die Halsbandaffäre http://www.zum.de/psm/unterricht/pc_fr_marie.php

und auf Französisch: http://www.diagnopsy.com/Revolution/Rev_059.htm 

2) Marie Antoinette soll auf die Vorhaltung, die Armen könnten sich kein Brot kaufen, geantwortet haben: "Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Brioche [Kuchen] essen". Gehen Sie der Frage nach, ob sie das berühmte „Kuchen-Wort“ tatsächlich gesagt hat und untersuchen Sie die Hintergründe.

Wikipedia: Marie-Antoinette http://de.wikipedia.org/wiki/Marie-Antoinette

Marie Antoinette: Let them eat cake http://www.angelfire.com/ca6/frenchrevolution89/antoinette.html   (englisch)  

ein thread zum Thema: http://marieantoinette.foren-city.de/topic,78,-der-brot-satz.html

und ein Artikel aus der ZEIT

 

Bild: Die Hinrichtung der Marie Antoinette am 16. Oktober 1793

 


Interpretieren Sie abschließend die Karikatur am Beginn der Arbeitsblätter!

 

aufbauend auf Frauen in der Französischen Revolution ergänzt und aktualisiert

gclasen, 01.10.2009