
Genossen!
Der Tag der Revolution ist gekommen. Wir haben den Frieden erzwungen. Der Friede
ist in diesem Augenblick geschlossen. Das Alte ist nicht mehr. Die Herrschaft
der Hohenzollern, die in diesem Schloss jahrhundertelang gewohnt haben, ist vor
über... Genossen, ich proklamiere die freie sozialistische Republik Deutschland,
die alle Stämme umfassen soll, in der es keine Knechte mehr geben wird, in der
jeder ehrliche Arbeiter den ehrlichen Lohn seiner Arbeit finden wird. Die
Herrschaft des Kapitalismus, der Europa in ein Leichenfeld verwandelt hat, ist
gebrochen... Wir müssen alle Kräfte anspannen, um die Regierung der Arbeiter und
Soldaten aufzubauen und eine neue staatliche Ordnung des Proletariats zu
schaffen, eine Ordnung des Friedens, des Glücks und der Freiheit unserer
deutschen Brüder und unserer Brüder in der ganzen Welt. Wir reichen ihnen die
Hände und rufen sie zur Vollendung der Weltrevolution auf.
Karl Liebknecht (Spartakus) am 09. November 1918 (Berliner Stadtschloss)
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Arbeiter und Soldaten!
Der unglückselige Krieg ist zu Ende. Das Morden ist vorbei... Der Kaiser hat
abgedankt. Er und seine Freunde sind verschwunden. Über sie alle hat das Volk
auf der ganzen Linie gesiegt! Der Prinz Max von Baden hat sein Reichskanzleramt
dem Abgeordneten Ebert übergeben. Unser Freund wird eine Arbeiterregierung
bilden, der alle sozialistischen Parteien angehören werden. Die neue Regierung
darf nicht gestört werden in ihrer Arbeit für den Frieden, in der Sorge um Brot
und Arbeit. Arbeiter und Soldaten! Seid euch der geschichtlichen Bedeutung
dieses Tages bewusst... Nichts darf geschehen, was der Arbeiterbewegung zur
Unehre gereicht! Seid einig und pflichtbewusst! Das Alte und Morsche, die
Monarchie ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue! Es lebe die Deutsche
Republik!
Philipp Scheidemann (SPD) am 09. November 1918 (Reichstagsgebäude)
gclasen, 24. April 2008